Der ultimative Infografik Guide

infografik-guide

Infografiken haben sich in den letzten Jahren als wichtiger Bestandteil vom Content Marketing etabliert, können gerade für das Linkbuilding sehr effektiv sein und für viel Traffic sorgen – wenn sie richtig und gut umgesetzt sind. Da es bei dem Thema allerdings sehr viel zu beachten gibt, hab ich mich dazu entschlossen, einen umfangreichen Guide zu erstellen, der alle relevanten Informationen zum Thema beinhaltet. Wenn euch nur ein bestimmtes Thema interessiert, dann springt einfach über die Sprungmarken zum jeweiligen Kapitel. Ergänzungen in den Kommentaren sind gern willkommen!

Google Trends Suchvolumen zu „Infographics“ weltweit:
Google Trends Suchvolumen zu Infographics weltweit

1) Was eine erfolgreiche Infografik ausmacht
2) Themenfindung für eine Infografik
3) Infografik-Inspirationen
4) Tools zum Erstellen von Infografiken
5) Infografiken erstellen lassen
6) Hinweise zum Design
7) Infografiken richtig seeden
8) Erfolgsbeispiel

1) Was eine erfolgreiche Infografik ausmacht

Eine Infografik ist die visuelle Repräsentation von Gesamtzusammenhängen in einer Abbildung. Dabei sollen viele Fakten möglichst einfach und anschaulich transportiert werden – in der Regel mit Hilfe von Diagrammen (Balken-, Säulen-, Linien- und Tortendiagramme). Klarheit, Genauigkeit und Anschaulichkeit stehen dabei im Vordergrund – gerade in Zeiten von Social Media, in der die Aufmerksamkeitsspanne immer geringer wird und man in Kürze viel Inhalt transportieren muss, sind Infografiken ideal. Sie werden von Online-und Printredaktionen gern aufgenommen, weshalb der Vorteil vor allem im Bereich SEO beim organischen Linkbuilding liegt. Über Social Media erzeugen sehr gut aufbereitete Infografiken außerdem schnell viele Interaktionen. Verschiedene Tests zeigen immer wieder, dass sich über Social Media Inhalte mit Bildern deutlich besser teilen, als reine Textinhalte. An diesem Punkt setzen Infografiken an.

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Folgende Punkte sind bei der Umsetzung extrem wichtig:

  • Originelle Themenwahl – erzähle eine Geschichte
  • Es sollte eine positive Emotion hervorgerufen werden (Begeisterung, Freude, Solz, Erstaunen…)
  • Sei alles, nur nicht neutral. Neutral = langweilig
  • Die Kernaussage der Infografik sollte schon im Titel auftauchen
  • Die Grafik muss für sich allein funktionieren – auch ohne Blogartikel drumherum
  • Inhalte müssen reduziert und gut gegliedert sein – nicht zu komplex!
  • Fakten müssen sehr gut recherchiert und korrekt sein; Zahlenmatrial muss aktuell sein
  • Quellen werden angegeben und halten einer Prüfung stand (seriös, unabhängig)

Korrektheit ist ein sehr wichtiges Thema, denn die Redaktionen werden die integrierten Fakten (hoffentlich) prüfen und wenn ihr schon an diesem Punkt scheitert, habt ihr nachhaltig eure Reputation verspielt. Auch Matt Cutts (Google) sagte in einem Interview deutlich, dass Infografiken an sich ein gutes Medium sind, er aber ein Problem damit habe, dass es viele falsche und/oder schlecht recherchierte Infografiken auf dem Markt gibt. Ihr solltet also bei der Wahrheit bleiben und alles belegen können.

2) Themenfindung für eine Infografik

Mittlerweile gibt es zu nahezu jedem Thema eine oder mehrere Infografiken. Wichtig ist es daher, originell und anders zu sein als „die Anderen“. Das schafft man, indem man sich etwas von seinem Produkt entfernt und die Sichtweise verändert. Versetze dich in die Sicht eines Kunden und überlege, was er mit deinem Produkt alles assoziieren könnte oder mach eine Umfrage. Die Ergebnisse können alles Anhaltspunkte für ein Infografikthema sein. Wenn du nun dazu noch Fakten recherchieren kannst, die sich in einen sinnvollen Zusammenhang bringen lassen und die ein Ergebnis liefern, dass starke und positive Emotionen erzeugt, dann bist du dicht dran an einem super geilen Thema!

Gutes Beispiel: Immonet hat Infografiken für die Städte Hamburg, München und Berlin erstellt, in denen es nicht um das Thema Immobilien geht, sondern hat den Fokus auf einzelne Städte gelegt. Das ist das „Um-die-Ecke-Denken“, dass man sich aneignen muss, wenn man die Leute überraschen möchte. Der Städtebezug funktioniert übrigens häufig sehr gut 😉

Infografiken Beispiele

Fernab vom eigenen Produkt kann man natürlich auch auf aktuelle Trends und Anlässe aufspringen. Dafür eignen sich vor allem Google Trends, Lokale Social Media Trends, Buzzsumo.com und ein Ereigniskalender. Hier sollte man allerdings nicht zu spät auf den Zug aufspringen und die Infografik entweder vorher vorbereiten oder sehr schnell reagieren können. Echtzeitmarketing ist dabei ein sehr spannendes Thema, setzt aber hohen kurzfristigen Personaleinsatz voraus.

Für die Faktenrecherche kann man ganz einfach Google nutzen (Achtung: Medienkompetenz beim Filtern unseriöser Quellen vorausgesetzt) und natürlich Statista.

3) Infografik-Inspirationen

Für die Recherche nach bestehenden Infografiken zu einem Thema lohnt sich neben der Google Bildersuche auch Pinterest. Dort gibt es einige Pinnwände, auf denen Infografiken zu speziellen Themen gesammelt werden. Hier kann man sich immer wieder nette Inspirationen holen. Hier mal ein paar Pinnwände mit Infografiken zum Thema Social Media:

Gelungene Beispiele:
Im Folgenden findest du 3 Infografiken, die wirklich sehr gelungen sind:

infografik-beispiel1

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4) Tools zum Erstellen von Infografiken

Es gibt im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder man nutzt ein Grafikprogramm (ideal: Illustrator) und erstellt die Infografik komplett selbst, oder man nutzt eines der zahlreichen Infografik-Onlinetools. Diese Tools sind per Drag & Drop sehr einfach zu bedienen, jedoch muss man aufpassen, dass das sich Ergebnis ausreichend genug von den anderen Infografiken abhebt. Letztendlich greift man dort nämlich immer auf eine Templatebasis zurück, die man in hunderten anderen Infografiken schon gesehen hat. Folgende 3 Online-Tools würde ich empfehlen:

Infogr.am

Bei Infogr.am handelt es sich vor allem um ein Einsteiger-Tool. Die Möglichkeiten und Templates sind hier recht stark begrenzt, dafür kann man Daten direkt aus einer Excel-Datei importieren und damit recht schnell nette Infografiken erstellen. Das große Problem ist, dass man die Grafik am Ende nur in der Pro-Version downloaden kann. Wenn man nur den kostenlosen Service nutzt, wird sie auf der Infogr.am Seite veröffentlicht. Daher ist das Tool für Einsteiger eher geeignet.

Infogr.am Infografik Tool

Easel.ly

Easel.ly ist mein Lieblingstool – ist allerdings eine persönliche Präferenz. Es gibt eine sehr große Auswahl an Templates und Objekten, die man beliebig vergrößern oder verkleinern kann. Leider gibt es hier keine Möglichkeit, Daten aus Excel automatisch zu importieren. Es gibt die Möglichkeit, den Service in abgespeckter Form kostenlos zu testen. Der Pro-Account kostet allerdings nur 3$ im Monat – ist damit also wirklich günstig.

Easel.ly Infografik Tool

Piktochart.com

Auch Piktochart kann zunächst mit einer abgespeckten Version kostenlos getestet werden. In der Premiumversion gibt es dann deutlich mehr Auswahl bei den Templates und Features. Bei Piktochart sollte man jedoch den Hinweis anbringen, dass der Service wirklich sehr beliebt ist. Entsprechend häufig wurden die Vorlagen für Infografiken in der Vergangenheit schon genutzt und sind bekannt. Das muss jedoch kein Problem sein, wenn die Inhalte gut sind und passen.

Piktochart.com Infografik Tool

5) Infografiken erstellen lassen

Wenn man die Erstellung (und das Seeding) nicht selbst übernehmen möchte, kann man das auch an darauf spezialisierte Agenturen abgeben. Zu nennen sind hier zum Beispiel infografiken.com, suxeedo.de, clickport.de oder lawinenstift.com. Die Preise liegen je nach Anforderung häufig zwischen 800 und 4.000 Euro – teilweise mit Seeding, teilweise ohne Seeding.

Über Freelancer-Portale oder Fiverr.com bekommt man teilweise auch schon Angebote ab 100 Euro – hierbei muss man jedoch einen Großteil der Konzeption selbst übernehmen, es werden oft fertige Templates genutzt und das Ergebnis ist nicht selten eher mittelmäßig. Ebenso ist zu beachten, dass auf den Plattformen häufig auf englisch kommuniziert wird. Die Infografik sollte im Arbeitsprozess auf Englisch entstehen und dann von dir selbst im vorletzten Schritt wieder ins Deutsche übersetzt werden. Bei diesen Portalen sollte man im Zweifel jedoch nur auf Designer zurückgreifen, die ausreichend gute Bewertungen erhalten haben. Du siehst: Nicht trivial und auch nicht gerade zeitsparend – dafür günstig.

Meine Meinung: Wenn ihr wirklich kreativ seid, könnt ihr auch mit den Online-Tools selbst gute Infografiken erstellen. Sofern es jedoch an Kreativität fehlt, ist das schon keine Option mehr. Dann ist allerdings auch ein Freelancer aus Pakistan keine gute Wahl, denn dem muss man sehr viel kreativen Input mit auf den Weg geben. Wenn die Infografik nicht gut durchdacht und kreativ ist, wird sie floppen und dann war der Zeit-und Geldeinsatz für die Katz. Im Zweifel würde ich dann lieber 1.000 Euro mehr in die Hand nehmen und eine Agentur damit beauftragen, die aufgrund des Budgets die Kapazitäten nutzen kann, damit das Ergebnis den Vorstellungen gerecht wird und die Infografik ankommt.

6) Hinweise zum Design

Die Infografik sollte man als ein Gesamtwerk betrachten, das am Ende stimmig sein muss. Es sollte also einen roten Faden geben, der sich durch die gesamte Grafik zieht und der immer wieder aufgegriffen wird. Außerdem sollten die Designelemente einheitlich sein. Das gilt insbesondere auch für Schrift und Farbe: Man sollte nur 2-3 Farben und maximal ebenso viele Schriftarten verwenden, da das Gesamtwerk sonst zu unruhig wirkt. Überschriften und Fließtext sollten auch festgelegte Einheitsgrößen haben, damit die Einheitlichkeit gegeben ist.

  • Erschaffe einen roten Faden
  • Infografik muss logisch sein
  • Das Gesamtkonstrukt sollte eine Einheit bilden
  • Ideal: Erzähle eine Geschichte (keine nackten Fakten)
  • 2-3 Farben verwenden und deren Farbabstufungen

Infografiken sollten generell im Hochformat erstellt werden, wobei es keine Beschränkung in der Höhe gibt. Für eine bessere Userexperience sollte sie jedoch nicht zu lang sein, da sie durch das Teilen über Social Media häufig auch mobil aufgerufen werden. Auch in der Breite ist man recht flexibel, sollte jedoch eine Breite zwischen 700 und 900px wählen, da dies den gängigen Content-Dimensionen entspricht.

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Wenn du am Ende der Infografik noch einen Creative Commons Hinweis (du kannst das Bild rechts nutzen) mit anbringst, sagst du den Nutzern gleich unter welchen Bedingungen die Grafik veröffentlicht werden darf. Redakteure sparen sich damit den Nachfrage-Aufwand und die Chance auf Veröffentlichung steigt. Empfehlung: CC BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen).

Die finale Infografik sollte am besten im .PNG Format vorliegen, da der Qualitätsverlust gegenüber dem .JPG geringer ist.

7) Infografiken richtig seeden

Wichtig ist vorab, dass man die Infografik auf der eigenen Webseite irgendwo fest einbindet. Dies wird der Referenzpunkt für die Redakteure sein, denn hierhin wird in der Regel verlinkt und diese Seite schauen sich die Redakteure auch an. Folgende Regel solltest du hierbei in jedem Fall beachten: Das Umfeld der Infografik sollte möglichst nicht kommerziell sein. Im Zweifel die Werbung für einige Tage auf dieser Unterseite deaktivieren und eine entkommerzialisierte Umgebung einrichten, denn Redakteure lassen sich nicht ungern als Werbeschleuder missbrauchen und verlinken eher Inhalte, die in einem nichtkommerziellen Umfeld erscheinen.

Social Media

Über Facebook, Twitter und Pinterest lassen sich Infografiken sehr gut seeden. Wenn ihr große organische Social Media Reichweiten habt, dann nutzt diese auf jeden Fall aus. Hinweis zu Facebook: Infografiken haben in der Regel viel Text und das Vorschaubild hat häufig über 20% Textanteil (hier gibt es Tipps dazu). Wenn ihr den Post mit Werbebudget verlängern wollt, müsstet ihr das Vorschaubild sehr wahrscheinlich anpassen. Ist unproblematisch, sollte nur vorher bedacht werden. Social Media ist außerdem ein sehr kurzfristiger Kanal und er wird nur innerhalb der ersten 24 Stunden viel Reichweite erzeugen.

Newsletter

Wenn du einen Newsletter-Verteiler besitzt und die Infografik für die Empfänger relevant ist (wichtiges Kriterium!), dann sende sie doch auch per Newsletter raus. Gleiches gilt auch für Geschäftspartner – hier sollte man jedoch wohl überlegen, wem man die Infografik zusendet und wem nicht. Je individueller adressiert, desto besser. Man will damit schließlich positive Trustsignale senden und keine Werbung verschleudern.

Webseitenbetreiber/Redakteure

Macht euch schon bei der Konzeption Gedanken, welche Webseitenbetreiber eure Infografik möglicherweise aufnehmen und verlinken würden. Dabei ist natürlich wichtig, dass die Infografik einen Mehrwert für die Leserschaft der jeweiligen Webseite bietet. Themenrelevanz ist hier das A und O. Blogger und Onlinemagazine sollten bei der Recherche (in den meisten Branchen) im Fokus stehen. Fertigt euch eine Liste mit Kontaktdaten an und priorisiert sie. Die wichtigsten Quellen sollten die Infografiken exklusiv vorab erhalten, dann ist die Chance auf Veröffentlichung dort am höchsten. Ideal ist es, wenn ihr diese Leute direkt anruft und euer Anliegen in einem persönlichen Gespräch klärt. Die Chance auf Veröffentlichung wird dadurch um ein Vielfaches steigen. Persönliche Anknüpfungspunkte eigenen sich hier immer sehr gut (auch in Emails), damit es nicht nach einer Massenabfertigung aussieht. Damit soll vor allem vermiedenen werden, dass der Gegenüber das Gefühl bekommt, eine Massenemail zu erhalten oder der 125. in der Anruferliste heute zu sein, dem man die Infografik andrehen möchte.

Expertentipp: Wenn nach dem Seeding 2-3 Wochen vergangen sind, dann nutze die Google Bildersuche, um nach Duplikaten der Infografik im Internet zu suchen. Du wirst ganz sicher die ein oder andere Seite finden, auf der die Grafik eingebunden, aber nicht verlinkt wurde. Die Webseitenbetreiber kannst du nun anschreiben, dich höflich für den Einbau bedanken und zusätzlich darum bitten, die Quelle (deine Seite) mit zu verlinken. In der Regel geschieht das auch ohne Probleme.

8) Erfolgsbeispiel

Martin Mißfeldt hat zur Sonnenfinsternis 2015 für seine Nischenseite Sternenforscher.de eine Infografik erstellt, die wirklich extrem eingeschlagen ist. Die Ergebnisse hat er in einem Zwischenbericht zusammengefasst. Es gibt auch bei Onlinemarketing Rockstars einen Artikel mit weiteren Insights dazu. Demnach erzielte er über 300.000 Besucher und 159 Backlinks in nur 10 Tagen. Lest euch die beiden Artikel dazu mal durch, es ist wirklich sehr spannend, wie Martin das aufgezogen hat und was er für Insights gibt. Da sieht man mal wieder, welche Wirkung gut gemachte Infografiken haben können.

 

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Über den Autor

Patrick

Ich bin der Gründer der Startup Akademie und seit 2004 im Online Marketing unterwegs. Seitdem hab ich über 300 Projekte mit aufgebaut und betreut. Meine Erfahrungen teile ich hier mit anderen Gründern.

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