SEO-Texte waren gestern – du brauchst richtig geile Inhalte!

Seo-Texte vs. geiler Inhalt

Immer wieder stoße ich auf Inhalte im Internet, bei denen ich mich frage: Wieso musste das jetzt sein? Braucht die Menschheit das wirklich? In der Regel handelt es sich dabei um Texte, es betrifft aber auch Infografiken, Ebooks und andere Publikationen. Solche Inhalte verkaufen schlechter (niedrige Conversion), senden negative Signale an Google und lassen Inhalte schlechter ranken. In diesem Artikel geht es um das Problem schlechter Inhalte und wie man in Zukunft nur noch richtig geile Inhalte erstellt, die auch beeindrucken und verkaufen. Ich nehme die Kategorieseite eines Onlineshops für Laptops als Beispiel, wobei dieses Beispiel nur zur Veranschaulichung dienen soll. Man kann es auf jeden anderen Inhalt auch anwenden.

Das Grundproblem mit den SEO-Texten

Wenn ein Onlineshop mit Inhalten gefüllt werden soll, sieht das in 90% der Fälle so aus: Es wird bei einer Texter-Jobbörse ein Auftrag erstellt, der besagt, dass zu jeder Kategorie ein SEO-Text mit 300 oder 500 Wörtern erstellt werden soll, Keyworddichte über 3% (vielleicht sogar WDF*IDF geprüft). Wenn der Shopbetreiber viel Geld hat, werden zu seinen 1.000 Produkten auch nochmal jeweils Produktbeschreibungen über 200-300 Wörter je Produkt bestellt – ebenfalls mit 3% Keyworddichte. Kosten: 0,02 Euro / Wort (oder sogar noch weniger)

Was wird der Auftraggeber dafür erhalten? Ganz einfach: Totalen Mist!

Ich hab es häufig ausprobiert und sehe diese Texte auch täglich im Internet…man ließt die ersten Sätze und merkt schon, dass der Text eigentlich nur für Google geschrieben wurde und der Texter beim Urschleim anfängt, anstatt sich auf den Kern zu konzentrieren. Die Texte werden mit Füllwörtern gespickt und umständlich formuliert, da er ja nach Wörtern bezahlt wird und an jedem Wort mitverdient. Verkürzungen und Optimierungen für den Lesefluss? Fehl am Platz! Man erhält dann also diesen 300 Wörter langen SEO-Text, der eigentlich überhaupt keine Hilfe für den Leser ist, sondern nur deshalb erstellt wurde, damit Google einen Text zur Analyse auf der Seite vorfindet, um zu dem Keyword gefunden zu werden. Wenn man ehrlich ist, hat dieser Text keine Daseinsberechtigung. Warum das so ist, wird klar wenn man einen Blick auf den Stundenlohn wirft: Bei einer Vergütung von etwa 2 Cent / Wort kommen viele Texter gerade mal auf einen Stundenlohn von 5-10 Euro. Das liegt daran, dass natürlich auch eine Einarbeitung in das Thema notwendig ist. Davon kann kein Selbständiger leben! In der Praxis wird das kompensiert, indem Texte einfach zusammenkopiert und umgeschrieben werden. Qualität: mangelhaft. Einen spannenden Artikel in Form eines Selbstversuchs als Seo-Sklavin gibt es von Birthe Ziegler bei Onlinemarketingrockstars.de (auch einen Blick in die Kommentare werfen).

Es gibt aber auch eine neue Spezies von Marketern, die sagen: Schreib mir einen sehr umfangreichen Text mit 2.000 – 3.000 Wörtern zum Thema „Laptops online kaufen“ und optimiere ihn nach WDF*IDF. „Der Text landet im Onlineshop auf der Kategorieseite „Laptops“ unter dem Content und ist so umfangreich, dass wir einfach ranken werden.“ – BULLSHIT! Ja es gibt Experimente zu dem Thema und ja, mit Textfülle kann man auch aktuell einiges erreichen. Das Problem ist aber, dass dieser Text niemals verkaufen wird und das Vorgehen alles andere als nachhaltig ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Spezialisten all ihre Texte umschreiben lassen müssen, um ihre verlorenen Google-Rankings auszugleichen.

Ziel: Inhalte intern erstellen

Eines der Probleme ist, dass man mit einem externen Texter zusammenarbeitet, der das Produkt meist nicht ausreichend kennt. „Einen Beschreibungstext über Socken zu schreiben kann ja wohl jeder“, könnte man meinen. Das zweite Problem ist die Bezahlung auf Wortbasis zu einem niedrigen Preis. Dieser Texter wird niemals die Zeit haben, zu dem Thema ausgiebig zu recherchieren und wirklich fundierte und gute Texte liefern zu können. Außerdem wird er die Texte möglicherweise nicht knackig genug schreiben – wieso auch, er verdient ja an jedem Wort mit.

Das Ziel sollte es daher sein, eine Redaktion intern aufzubauen, die Know-How zum Thema aufbaut, regelmäßig erweitert und um 4 Uhr nachts wach geklingelt werden kann und alle Fragen zum Produkt beantworten kann. Bezahlt werden die Mitarbeiter dann pauschal oder auf Stundenbasis. Das lässt auch Zeit für Recherche und Erstellung guter Inhalte zu. Man sollte auch darauf achten, diese Aufgabe nicht ausschließlich an Praktikanten auszulagern um Geld zu sparen. Man kann alternativ auch mit externen Textern zusammenarbeiten, die jedoch regelmäßig für einen schreiben und sich ein paar Stunden für das Briefing und Einarbeitung in die Thematik Zeit nehmen. Ich plädiere für eine interne Lösung – ist jedoch nicht in jedem Fall immer machbar.

So erstellst du richtig geile Texte

Dein Anspruch sollte es sein, den besten Inhalt zum Thema zu erstellen, den es im Internet gibt. Es geht dabei nicht um den Umfang, sondern den besten Inhalt. Was zeichnet den besten Inhalt aus? Er ist leicht verständlich, einfach zu konsumieren, beantwortet alle Fragen des Nutzers und löst in ihm eine Handlung aus. Die Handlung kann das Teilen über Social Media, ein Kauf, eine Empfehlung oder etwas Vergleichbares sein. Klar ist jedoch: Richtig geile Inhalte brauchen Zeit. Bedenke die Erwartungshaltung des Nutzers und prüfe nach der Erstellung, ob die Erwartungshaltung auch erfüllt wird. Erst wenn das wirklich gegeben ist, ist der Inhalt auch wirklich gut.

1) Über was genau soll ich schreiben?
Betrachte das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Hier möchte ich das Ebenen-Modell heranziehen, dass ich bei Karl Kratz im Onlinethinketing Seminar kennengelernt hab. Suche dir zu deinem Thema Betrachtungsebenen (z.B. Produktion, Medizin, Soziales, Prozesse…), aus denen es Sinn macht, dein Produkt oder deine Dienstleitung zu beleuchten und kombiniere sie zu einer Fragestellung.

Beispiel: Wo wurde der Laptop hergestellt? Erfüllt der Hersteller Standards, was Menschenrechte und Bezahlung angeht? Gibt es Vorteile, die nur dieses Modell bietet? Wie erfolgt die Entsorgung von Altgeräten? Wie lange hält der Akku? Was passiert im Schadensfall? Wie ist der Support des Herstellers?

Man kann diese Betrachtungsebenen und Fragestellungen auf seine Produkte entsprechend anpassen und schnell spannende und verkaufsfördernde Inhalte schaffen, an die man sonst möglicherweise gar nicht gedacht hätte. Zu dem Thema gibt es bei Karl Kratz auch noch ein sehr gutes Video, dass u.a. das Ebenen-Modell erklärt.

Ebenen-Modell (Quelle: Karl Kratz)

Ebenen-Modell (Quelle: Karl Kratz)

2) Wie lang sollte ein Text sein?
Der Text sollte genau so lang sein, wie er sein muss, um alle Infos zu transportieren. Du musst nicht bei jedem einzelnen Thema beim Urschleim anfangen, sondern erzähl den Nutzern das, was sie wissen möchten und erwarten. Kurz, knackig und gut verpackt.

3) Was ist mit Keyworddichte oder WDF*IDF?
Vergiss die Keyworddichte und vergiss am besten auch erstmal WDF*IDF. Schreib deine Texte in erster Linie gut leserlich und verständlich. Wenn du dich an einer Keyworddichte entlang hangelst, wird dein Text mit hoher Wahrscheinlichkeit schwer lesbar und der Nutzer ist nicht gefesselt. Du kannst WDF*IDF Tools im Anschluss nutzen, um zu schauen, welche Aspekte du im Vergleich zu anderen Webseiten evtl. noch nicht im Text untergebracht hast, mehr empfehle ich jedoch nicht.

4) Worauf sollte ich noch achten?
Arbeite mit Absätzen, um den Text in gut lesbare Happen zu verpacken. Achte dabei auch auf einen ausreichend großen Zeilenabstand, damit das Lesen nicht zur Qual wird. Unterüberschriften sollten zur Gliederung ebenfalls nicht fehlen. Du solltest außerdem eine einfache Sprache verwenden, damit die Nutzer nicht bei jedem zweiten Satz zum Wörterbuch greifen müssen 😉 Bei langen Texten eignet sich ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken (auf jeden Fall dann die Überschriften durchnummerieren). Ich persönlich finde es auch sehr gut, wenn es zu Beginn eines langen Artikels eine Box gibt, die in 5-6 Stichpunkten dich wichtigsten Punkte wiedergeben. Der Nutzer sieht so direkt, ob (dass) der nachfolgende Text relevant ist und gelesen werden sollte.

Texte oder auch Bilder, Audio, Video und interaktive Elemente?

Natürlich gilt das Ganze nicht nur für Texte, sondern für alle Komponenten des Inhalts. Überleg dir selbst: Welche Formate würdest du gern sehen, wenn du dich zu dem Thema informieren möchtest. Bilder und Video spielen hier eine sehr große Rolle und sollten nicht vernachlässigt werden. Es gibt jedoch noch weitere mögliche Inhalte: Checklisten, interaktive Produktberater oder Quiz-Integrationen – um einfach mal drei Beispiele zu nennen.

Um beim Beispiel der Laptop-Kategorie zu bleiben: Hier bietet sich ein interaktiver Verkaufsberater an, der die Bedürfnisse abfragt und dem Nutzer das passende Produkt im Shop präsentiert. Außerdem könnte man eine Checkliste erstellen, worauf man beim Laptop-Kauf achten muss. Häufig gestellte Fragen lassen sich in Textform beantworten. Allein mit diesen 3 inhaltlichen Komponenten könnte man schon einen besseren Kategorie-Inhalt erstellen, als es die meisten Shops bisher tun.

Schlusswort

Wer jetzt trotzdem noch seine Texte an Textbroker auslagert, dem kann ich auch nicht mehr helfen 😀

 

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Über den Autor

Patrick

Ich bin der Gründer der Startup Akademie und seit 2004 im Online Marketing unterwegs. Seitdem hab ich über 300 Projekte mit aufgebaut und betreut. Meine Erfahrungen teile ich hier mit anderen Gründern und Marketern. Du brauchst ein Coaching im Online Marketing? Hier kannst du mich buchen!

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