Wie du Traffic für unter 1 Cent pro Klick einkaufst [funktioniert]

Traffic für unter 1 Cent pro Klick

Immer wieder stoße ich auf die Frage, wie günstig man Traffic wirklich einkaufen kann. Da das Ganze häufig branchen-und produktabhängig ist, möchte ich an einem Beispiel aufzeigen, wie günstig man Facebook-Traffic einkaufen kann, wenn man es richtig anstellt und die Kampagne schön durchoptimiert.

In meinem Beispiel hab ich für eine Kampagne wirklich Massen an Traffic für 0,003 Euro eingekauft – das sind 0,3 Cent pro Klick. In den ersten Tagen lag ich sogar bei 0,2 Cent, d.h. für 1 Cent bekam ich 5 Klicks. Das spannende daran war: Es hat sogar auf Masse funktioniert – teilweise 100.000 Klicks am Tag zu diesen Konditionen waren kein Problem.

Beweis-Screenshot:
Facebook Klicks für unter 1 Cent!

Den Screenshot hab ich einmal angefügt, damit das Ganze auch für Jedermann nachvollziehbar ist. Das was ich nicht zeigen möchte, hab ich verpixelt, der Rest ist im Grunde aber das Interessante: Ihr seht, dass die Anzeigen eine extrem hohe Klickrate erreicht haben (teilweise über 20%) und durchweg eine Relevanz von 10/10 haben. Die Relevanz geht in diesem Screenshot nur aus 2 Werbeanzeigen hervor, wenn ich einen längeren Zeitraum betrachte, sehe ich jedoch durchweg die 10er Relevanz.

Das sind die Erfolgsfaktoren

Für die Plattformen und Publisher, bei denen die Werbung ausgespielt wird, ist der eCPM am Ende relevant. Er gibt an, wie hoch die Einnahmen für 1.000 Werbeeinblendungen sind. 2 Faktoren beeinflussen den eCPM: Euer Klickpreis und die Klickrate. Den Klickpreis wollen wir ja so gering wie möglich halten – folglich müssen wir eine extrem hohe Klickrate erreichen, um bei der Plattform (Facebook, Google, Plista, Taboola, Outbrain & Co.) einen hohen eCPM zu erzielen. Wenn wir keine hohe Klickrate erreichen, ist der eCPM bei niedrigem CPC geringer und die Werbung wird wenn überhaupt nur in geringem Maße ausgeliefert. Das kann für manche Leute auch schon gut sein, ich möchte den Traffic jedoch in Massen einkaufen 😉 Eine hohe CTR beeinflusst übrigens auch die Relevanzwert bei Facebook maßgeblich (ebenso den Quality-Score bei Google).

Ich denke das Prinzip ist klar. Nun ist nur die Frage: Wie erreichen wir eine hohe Klickrate? Dazu gibt es verschiedene Ansätze, die ich euch im Folgenden anhand von Facebook erkläre.

Hohe CTR durch gute Bilder

Bei den Bildern rate ich dazu, emotionale Bilder einzusetzen. Menschen in der Nahaufnahme eignen sich hier besonders. Dargestellte Frauen erreichen eine deutlich höhere Klickrate, als Männer. Die Ergebnisse finden sich in einer Infografik von Adobe wieder und decken sich auch mit meinen Erfahrungen.

Auch die Wahl der Hintergrundfarbe hat einen deutlichen Einfluss auf die Klickrate. Adobe rät zu lila und gelb. Ich meine: Probiert im Zweifel mehrere Varianten aus, die Unterschiede können schon deutlich sein. Man kann auch mit einer farbigen Umrandung spielen – es muss nicht der Hintergrund sein.

Verzichte (wenn möglich) auf Blau-und Grautöne, denn Facebook nutzt diese Farben selbst. In der Folge werden deine Anzeigen schlechter wahrgenommen und haben eine geringere CTR.

Zusammengefasst:

  • Emotionale Bilder nutzen
  • Besser Frauen, statt Männer abbilden
  • Nahaufnahmen funktionieren gut
  • Wahl der Hintergrundfarbe kann deutlichen Uplift geben
  • Vermeide Blau/Grau Facebook-Farben

Hohe CTR durch knackige Texte

Neben dem Anzeigenbild spielt auch der Text eine wichtige Rolle. Hier gibt es gleich mehrere Stellschrauben: Der Text oberhalb der Anzeige, der Anzeigentitel (unterhalb des Bildes), die Linkbeschreibung und der Call-to-Action. Der große Hebel liegt jedoch im Anzeigentitel.

Der Text oberhalb der Anzeige sollte genutzt werden, z.B. für eine Handlungsaufforderung oder einen kurzen Teaser. Hier kann man auch Emojis mit einbauen, die für deutlich mehr Aufmerksamkeit sorgen.

Der Anzeigentitel wird unterhalb des Bildes eingeblendet und sollte kurz und knackig sein + Lust auf mehr machen. Aufgrund der Textgröße sollte hier die Hauptinformation angeteasert sein. Klickbaiting setzt genau hier an, indem man den Leser so heiß auf das Thema macht, dass er gar nicht anders kann, als zu klicken. Einen wirklich guten Artikel zu starken Headlines gibt es auf Medium.com – sehr zu empfehlen.

Die Linkbeschreibung sieht man bei Facebook nur auf Desktop-Geräten, deshalb sollte man bei mobilen Kampagnen dort keine relevanten Infos unterbringen. Ich nutze ihn häufig auch für einen Call-to-Action.

Einen Call-to-Action Button sollte man nutzen, wenn er sinnvoll ist – von Facebook sind verschiedene Möglichkeiten vordefiniert. Wichtig ist nur: Wähle nicht den falschen Button, damit die Nutzer nicht verwirrt werden.

Desktop oder Mobile? Newsfeed oder Right Hand Side?

Man sollte sich zuerst fragen, ob mobiler Traffic überhaupt relevant ist und die eigene Seite responsive ist. Sofern das zutrifft, bucht auf jeden Fall auch mobilen Traffic dazu. Denkt aber daran, eine separate Werbeanzeigengruppe anzulegen und Mobile und Desktop zu trennen. Mobile Anzeigen sind bei mir übrigens fast durchweg günstiger. Von den Right Hand Side Ads würde ich absehen – bei mir performen die im Vergleich deutlich schlechter.

Auch Instagram und das Werbenetzwerk kann man ausprobieren, wenn man es unbedingt möchte – allerdings immer in separaten Anzeigengruppen, um die Unterschiede messbar zu machen.

Erfolgsfaktor: Retargeting

Einer der größten Hebel liegt im Retargeting. Damit könnt ihr auf Facebook Leute retargeten, die zum Beispiel schonmal eure Seite aufgerufen haben oder noch besser: Eine bestimmte Unterseite besucht haben (z.B. eine Conversion Landingpage). Damit lassen sich Zielgruppen aufbauen, die hochaffin sind und mit denen ihr Klickraten von 10-20% ohne Probleme erreichen könnt. Anzeigenschaltungen für eine Retargeting-Audience bringen immer einen deutlich niedrigeren CPC mit sich.

Anmerkung

Mit den oben genannten Tipps könnt ihr eure Anzeigen auf jeden Fall sehr gut optimieren. Die Tipps gelten in erster Linie für Facebook, sind jedoch auch modifiziert auf andere Werbenetzwerke übertragbar. Im Grunde geht es überall nur um die Klickrate und den damit verbundenen eCPM.

Ich muss dazu sagen, dass ich mit oben genanntem Case nicht in Deutschland geworben hab. Allerdings setze ich ähnliche Kampagnen auch aktuell noch in Deutschland um und kann ohne Probleme 10-20.000 Klicks täglich für 1-2 Cent einkaufen. Der Traffic ist hier nicht ganz so günstig wie im Beispiel oben, trotzdem komme ich auch hier in Regionen, die wahnsinnig spannend sind.

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Über den Autor

Patrick

Ich bin der Gründer der Startup Akademie und seit 2004 im Online Marketing unterwegs. Seitdem hab ich über 300 Projekte mit aufgebaut und betreut. Meine Erfahrungen teile ich hier mit anderen Gründern und Marketern. Du brauchst ein Coaching im Online Marketing? Hier kannst du mich buchen!

16 Kommentare

  • Toller Artikel – und vor allem super spannende Insights!

    Du sagst, dass es in diesem Fall aber nicht um den deutschen Markt ging – verrätst du mir, in welchem Land das war? Einfach aus Interesse / zum Benchmark

  • Servus Patrick,

    eine Frage zu deiner Strategie… Mit welchem CPC hast du gestartet und wie hast du die CPCs nach unten gebracht?

    Die Empfehlungen sind für mich gut verständlich und dafür möchte ich mich bei dir bedanken. Würde mich über die Empfehlung für die CPCs freuen.

    Beste Grüße
    Alexander

    • Direkt mit dem niedrigsten Gebot: 0,01 Euro. Ich hab es auch mit 0,05 Euro versucht, aber damit bin ich immer bei über 0,02 Euro real rausgekommen. Wenn du also eine gut optimierte Anzeige angefertigt hast, dann steig direkt mit dem niedrigsten Gebot ein. Facebook wird es ansonsten nie von allein so weit nach unten korrigieren. Klappt aber leider nur für bestimmte Branchen…im Bereich Klickbaits und Massentraffic aber extrem gut.

  • Spannend! Geht es beim Beispiel oben nur um Facebook-Ads, oder hast Du in verschiedenen Netzwerken gekauft?

    Und noch eine Frage: die Konvertierung auf der Ziel-Seite (oder sowas wie Bounce-Rates) sind Dir in diesem Fall egal?

    • In diesem Fall geht es nur um Traffic von Facebook. Conversion ist natürlich alles andere als egal – man muss seine KPIs natürlich genau untersuchen. Mit einem vernünftigen Google Analytics Setup und Trackingparametern kann man das aber sehr gut nachverfolgen. Der Traffic hat in diesem Fall direkt Gewinn erwirtschaftet und die für mich relevanten KPIs lagen alle im grünen Bereich.

  • Interessante Infos, werde ich gleich beim nächsten Mal beachten! Nur aus meiner Erfahrung konvertieren Facebook Besucher (im Vergleich zu Adwords und Email-Kampagnen) deutlich schlechter….kannst du uns vielleicht verraten, in welcher Industrie oder noch besser welches Produkt (gerne allgemein gehalten) du beworben hast?

    • Ich denke man kann nicht pauschal sagen, was besser oder schlechter performt. Gerade bei Facebook kommt es immer auf das Targeting an. Du kannst dort eine sehr spitze oder sehr allgemeine Zielgruppe definieren, was sich natürlich auf die Conversion auswirkt. Bei Google geschieht das über die Auswahl der Keywords und auch da erreichst du mit sehr spitzen Keywords im Longtail teilweise deutlich höhere Conversionrates. Zum beworbenen Produkt möchte ich an der Stelle jedoch nichts sagen.

  • Hey Patrick,

    Wirklich interessant Artikel, der meine Erfahrungen in dem Bereich bestätigt, besonders die Adobe Infografiken hinsichtlich der Farben ist ein toller Ansatz um weiter an CTR Stellschraube zu arbeiten

    Mehr solcher Beiträge!

    VG
    Kilian

  • Danke für den interessanten Artikel. Angenommen ich möchte in Deutschland Klicks für 1 Cent bei Facebook bekommen. Sollte ich dann eine sehr spezifische kleine Zielgruppe auswählen oder eine möglichst allgemeine? Gibt es eventuell einen Richtwert für die Größe der Zielgruppe (bsp. 5 Mio.)?

    • Definitiv eine möglichst kleine Zielgruppe. Du wirst sie durch gezielte Targetings immer weiter einschränken können. Dadurch sind die Anzeigen relevanter, erzeugen eine höhere Klickrate und resultieren in einem geringeren Klickpreis.

  • Hey Patrick,

    Danke für die Insights. Find ich einen echt gelungenen Artikel!
    Das wären dann eine CPC Kampagne mit manuellem Bid auf 0,01 Euro? Hatte da immer die Erfahrung gemacht, dass die Anzeigen dann nie ausgeliefert werden. Gibt’s da einen Trick dazu?

    Macht du hierzu noch Interessenstargeting mit Schnittmengen? Was meinst du mit eher eine relativ kleine Zielgruppe? Wenn man zB. 10-20k Besucher pro Tag ziehen möchte, wäre die Zielgruppe dann doch ziemlich schnell aufgebraucht.

    • Hi Bernd, wahrscheinlich spielt da auch die Historie des Kontos eine Rolle. Ich kann recht problemlos Trafficmassen zu günstigen Preisen einkaufen.

      Wenn du 10-20k Besucher am Tag über Facebook bekommen willst, brauchst du definitiv ein Massenprodukt. Sowas schaffst du mit Newsmagazinen oder viralen Inhalten ohne Probleme. Da kannst du die Zielgruppe dann auch etwas weiter fassen (z.b. DE, Frauen 18-30). Wenn du aber zum Beispiel Reisen verkaufst, wirst du diese Trafficmengen nicht in der Masse zu so günstigen Preisen erhalten können. Da musst du spezifischer vorgehen und entsprechend die Zielgruppe gut selektieren.

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