Darum sinkt die organische Reichweite bei Facebook ständig!

Organische Reichweite

In den letzten Jahren gab es in mehreren Schritten erhebliche Einschränkungen in der organischen Reichweite auf Facebook. Auch aktuell beklagen sich wieder Seitenbetreiber über Einbrüche. Publisher, die schon mehrere Jahre damit arbeiten, werden sich sicher an die „Goldenen Zeiten“ zurückerinnern. Es ist jedoch wichtig, dass man sich einmal Gedanken dazu macht, wieso die organische Reichweite wirklich sinkt und was man selbst dagegen tun kann. Dazu ist die Betrachtung des Problems aus der Facebook-Sicht hilfreich.

Was will Facebook eigentlich?

Für Facebook ist es enorm wichtig, dass die User ein gutes Nutzererlebnis haben und die Plattform nicht nur heute mehrfach täglich zum Einstieg ins Internet nutzen, sondern auch morgen, in einem Jahr und in 10 Jahren. Das Ganze kann Facebook aber nur dann gewährleisten, wenn das Nutzererlebnis so positiv wie möglich ist nun die Grundfunktionen im Vordergrund bleiben. Es handelt sich nämlich um ein „Social“ Network (und nicht um ein Netzwerk, dass in erster Linie Werbung aussteuert), das bedeutet die Leute wollen vorrangig mit ihren Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern kommunizieren. Der Medienkonsum kommt immer erst im 2. Schritt. Es gibt auch einige konkrete Punkte, die das untermauern:

1) Facebook analysiert das negative Feedback der Fanpages und Facebook Apps genau. Wer über einem bestimmten Schwellwert liegt, fliegt.

2) Facebook testet alles auf das Nutzererlebnis hin, egal ob es Anzeigendesigns, Positionierungen oder neue Features sind. Erst wenn eine Testgruppe positive Resultate liefert, werden die Features ausgerollt. Positiv bedeutet dabei vor allem: so wenig negatives Feedback wie möglich (messbar über Verweildauer, Inhalte verbergen, soziale Interaktionen, Klicks).

3) Facebook hat selbst darauf hingewiesen, dass sie den Nutzern in Zukunft wieder mehr private Inhalte von Freunden zeigen wollen, da immer weniger private Inhalte veröffentlicht werden und die Gefahr bestehen könnte, dass Facebook sich (überspitzt gesagt) zu einem reinen News-Kanal entwickeln könnte. Wenn die persönlichen Inhalte in den Vordergrund rücken, bedeutet das automatisch, dass die Inhalte der Fanpages und Ads weniger priorisiert werden.

Warum gibt es einen Newsfeed Algorithmus?

Wenn Facebook ungefiltert jeden Beitrag deiner Freunde, der abonnierten Seiten und die gelikten und geteilten Inhalte der Freunde präsentieren würde, würdest du täglich wahrscheinlich schnell an die 1.500 Posts sehen (Quelle). Da deine Nutzungszeit von Facebook jedoch auch begrenzt ist und du ein positives Nutzererlebnis haben sollst, sortiert Facebook die Beiträge nach Relevanz und versucht dir die Dinge zuerst zu zeigen, die dich am meisten interessieren können. Unrelevante Beiträge werden dir dadurch seltener oder gar nicht angezeigt. Vor dem Problem der Relevanz steht jede Plattform mit einer großen Reichweite.

Was ist das Problem?

Das Problem besteht darin, dass durch den Newsfeed Algorithmus die Seitenbetreiber nur noch einen sehr kleinen Teil der Fans erreichen. Die Zahlen sind unterschiedlich und liegen im Schnitt bei etwa 5-10%. Einige Seitenbetreiber schaffen es auch auf 30% organische Reichweite oder mehr. Das Reichweitenproblem beklagen leider viele. Wer seine Fans über Like-Kampagnen teuer eingekauft hat, könnte nun sagen: Ich musste zuerst zahlen, um Fans zu erhalten und nun muss ich auch noch zahlen, um meine Fans erreichen zu können. Stimmt so natürlich nicht ganz, denn wessen Facebook-Strategie so aufgebaut ist, der sollte sie generell noch einmal überdenken und anpassen.

Die Agentur Socialflow hat 3.000 Fanpages untersucht und ein paar spannende Auswertungen gefahren. Dabei hat sich gezeigt, dass die Gesamtreichweite dieser Seiten in den letzten Monaten im Normalbereich lag, die Reichweite der einzelnen Posts jedoch dramatisch gesunken ist.

socialflow-facebook-reach

Wenn man sich die Postingfrequenz anschaut, sieht man, dass die Seitenbetreiber immer mehr veröffentlicht haben.

socialflow-fb-post-count

Spannend ist diese Grafik, die zeigt, dass die Reichweite einzelner Posts in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen ist. Zusammenfassend kann man also sagen, dass viele Seitenbetreiber durch eine hohe Postingfrequenz versuchen, die Gesamtreichweite aufrecht zu erhalten.

socialflow-reach-per-post

Es gibt viele Verschwörungstheoretiker die meinen, Facebook drosselt die oragnische Reichweite, damit die Publisher über lange Sicht mehr Ads buchen, um Reichweite zu erhalten. Ich sehe das Ganze komplett anders. Die Rechnung ist ganz einfach: Mehr veröffentlichte Posts bei gleicher Nutzungsdauer bedeutet weniger Reichweite für jeden einzelnen Post. Wie sehr sich die Postingfrequenz in den letzten Monaten erhöht hat, zeigen die Grafiken oben ganz gut. Die Reichweite eines einzelnen Posts kann bei zunehmender Postingzahl einfach nur sinken, anders funktioniert es nunmal nicht.

Relevanz ist DAS Stichwort

Was muss man nun also tun, damit die Inhalte von Facebook dem Nutzer angezeigt werden? Es ist eigentlich ganz einfach: Sei relevant. Seitenbetreiber, die ein ganz nischiges Zielpublikum haben und ihre Fangemeinde nicht über iPad-Gewinnspiele o.Ä. aufgebaut haben, werden auch in Zukunft eine vergleichsweise hohe organische Reichweite genießen. Schau deshalb, dass deine Beiträge relevant sind und nutz beim Veröffentlichen der Posts auch die Targeting-Optionen, sofern sie Sinn machen.

Und nun noch ein Schmankerl zum Schluss: Ich selbst betreue eine Seite, die auch heute noch knapp 60% organische Reichweite erzielt. Warum? Weil die Inhalte richtig gut sind und weil die hochrelevant für die Zielgruppe ist 😉

 

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Über den Autor

Patrick

Ich bin der Gründer der Startup Akademie und seit 2004 im Online Marketing unterwegs. Seitdem hab ich über 300 Projekte mit aufgebaut und betreut. Meine Erfahrungen teile ich hier mit anderen Gründern und Marketern. Du brauchst ein Coaching im Online Marketing? Hier kannst du mich buchen!

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