Der Newsletter-Trick mit dem man Spam-Beschwerden umgeht

Wenn ihr auch einen Newsletter im B2C-Bereich anbietet und einen Pool von deutlich über 100.000 Empfängern steuert, dann kennt ihr sicher die Problematik um Nutzer, die sich trotz Double-Opt-In angeblich nie auf eurer Webseite eingetragen haben wollen. Typische Trolls, Stressmacher und Denunzianten. Denunzianten? Ja richtig, denn sie behalten diese Information in der Regel nicht für sich. Neben einer angeforderten Adressauskunft nach § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes folgt noch eine Spamcop-Beschwerde, ein Eintrag im Antispam-Forum und eine Beschwerde beim Email-Provider.

OK das Szenario ist sehr überspitzt, tatsächlich gibt es jedoch alle paar Monate einen solchen Troll. Das was die meisten User machen ist das Klicken auf den „Spam“-Button bei ihrem Email-Provider. Das sorgt dann dafür, dass solche Mails in Zukunft zum einen direkt in den Spam-Ordner wandern und der Provider die Reputation des Absenders bei häufig negativen Signalen verringert. Das bedeutet für euch in der Praxis: Die Zustellbarkeit eurer Mailings bei diesem Provider wird sinken, wenn zu viele Empfänger auf „Spam“ klicken.

Das ist nun der Trick

Wenn ihr in eurem Mailing einen Link mit einem Text wie „Spam melden“ unterbringt, wird ein Teil der Leute nicht den offiziellen Weg gehen und den Spam-Button des Email-Providers nutzen, sondern euren Link. Damit gehen von eurem Mailing weniger negative Signale aus, was sich in jedem Fall positiv auf das Reputationskonto auswirkt und damit langfristig auch auf die Zustellbarkeit.

Hier ein Beispiel, wie ich es umgesetzt habe:
Beispiel: Spam melden Button

Zu beachten ist hierbei, dass sich der Link am Ende des Mailings befindet, denn ich möchte es nicht ins Zentrum des Mailings rücken und ich hab den Link bewusst als Button eingebaut. Wenn ich einen Link mit dem Linktext „Spam melden“ genutzt hätte, könnten davon auch negative Signale ausgehen. Ein Button ohne Alt-Text ist für den Provider grundsätzlich erst einmal nicht lesbar.

Verlinkt hab ich den Button dann mit einem von mir bei Google Forms angelegten Formular. Ich hätte das natürlich auch auf meiner eigenen Webseite machen können, Google Forms sieht jedoch unabhängiger aus (auch wenn sie unter das Formular klar schreiben, dass dieser Inhalt nicht von Google erstellt und auch nicht von Google unterstützt wird. Viele Leute lesen nicht und denken zunächst, dass man den Spam bei Google meldet 😉

Beispiel der Umsetzung des Formulars:
Spam melden Formular bei Google

Die Formulareingaben werden bei Google ganz einfach gespeichert und können jederzeit exportiert werden. Vor jedem neuen Mailing exportiere ich mir die User nochmal als Blacklist, sodass sie wirklich aus dem Verteiler entfernt werden. Nochmal anschreiben möchte ich sie nämlich nicht, denn es handelt sich dabei eh nur um Querulanten. Übrigens sollte der Button nicht den Austragen-Link ersetzen, der in jedem Newsletter ohnehin vorhanden sein muss.

Meine Ergebnisse

Die Nutzung dieses Formulars hab ich natürlich auch ausgewertet. Zugegeben, bei den ersten Versendungen haben es deutlich mehr Nutzer genutzt, später etwas weniger. Dennoch kann ich sagen, dass bei einer Versendung an 100.000 User immer zwischen 20 und 30 User dabei sind, die dieses Formular ausfüllen. Für mich bedeutet das: 20 – 30 negative Signale weniger pro 100.000 Versendungen. Die Liste der User ist mittlerweile schon auf deutlich über 1.000 User angewachsen (es handelt sich auch um eine extrem große Email-Liste) und genau da merkt man, dass es schon Sinn macht, diesen kleinen Trick anzuwenden.

 

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Über den Autor

Patrick

Ich bin der Gründer der Startup Akademie und seit 2004 im Online Marketing unterwegs. Seitdem hab ich über 300 Projekte mit aufgebaut und betreut. Meine Erfahrungen teile ich hier mit anderen Gründern und Marketern. Du brauchst ein Coaching im Online Marketing? Hier kannst du mich buchen!

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